Messstellenbetrieb

FAQ-Liste zum Roll-Out


Wieso ist das Thema „intelligente Messtechnik” wichtig?

Um die Energiewende möglichst zügig voranzutreiben, hat der Gesetzgeber beschlossen Stromerzeugung und –verbrauch intelligent miteinander zu verbinden. Ein wesentlicher Baustein ist dabei der Einsatz von intelligenter Messtechnik.

Die Bundesregierung hat deshalb im Herbst 2016 ein Gesetz verabschiedet, das die Einführung der neuen Messtechnik in Deutschland regelt. Ab 2018 erhalten deshalb Schritt für Schritt alle Kunden – zunächst größere Stromverbraucher (z.B. Gewerbebetriebe), sowie nach und nach auch Haushaltskunden – die neue Messtechnik.

Was beinhaltet die neue Technik?

Bei dieser neuen Technik spricht man von intelligenten Messsystemen, da sie – im Unterschied zu den bisherigen Zählern – den Stromverbrauch je Viertelstunde erfassen und somit Auswertungen für bestimmte Zeiträume ermöglichen. Die Informationen über Ihren Stromverbrauch können Sie als Kunde nutzen, um Ihr Verbrauchsverhalten zu optimieren, zu kontrollieren und so Ihren Stromverbrauch zu senken und gegebenenfalls die Höhe Ihres Teilbetrages zu überprüfen.

Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen zwei Arten von Messsystemen:

  1. Die moderne Messeinrichtung (mMe) erfasst den Stromverbrauch und kann aktuelle und historische Verbrauchswerte anzeigen. Eine Übertragung der Verbrauchsinformationen erfolgt nicht, kann jedoch auf Ihren Wunsch zum intelligenten Messsystem nachgerüstet werden.
  2. Das intelligente Messsystem (iMsys) besteht aus einer modernen Messeinrichtung und einem Gateway (Kommunikationsmodul). Damit bietet das intelligente Messsystem neben der reinen Verbrauchsveranschaulichung zusätzlich die Möglichkeit Ihre Verbrauchsdaten an die Stadtwerke Dreieich, zum Beispiel zur Erstellung Ihrer Stromrechnung, verschlüsselt zu übermitteln. Ein Ablesen der Messgeräte wie heute wird somit zukünftig nicht mehr notwendig sein.

Welche Vorteile hat ein intelligentes Messsystem für mich als Kunde?

Ein intelligentes Messsystem stellt Ihren Verbrauch transparent alle 15 Minuten dar, vermeidet, dass Ihr Zähler vor Ort abgelesen werden muss und ermöglicht Ihnen zukünftig alternative Preismodelle zu nutzen. Ziel ist es aufgrund der zeitnahen Verbrauchswerte eigenständig „Stromfresser“ identifizieren zu können und somit Ihren Energieverbrauch zu senken.

Ein weiterer Vorteil liegt in der sicheren Übermittlung Ihrer Verbrauchswerte. Energie aus erneuerbaren Quellen kann durch diese neue Messtechnik zukünftig besser in die bestehende Infrastruktur integriert werden.

Wer wird mit der neuen Messtechnik ausgestattet?

Das Gesetz sieht vor, dass alle Stromkunden nach und nach die neue Messtechnik erhalten. Im Rahmen des Roll-Outs erhalten ab dem Jahr 2018 zunächst Kunden, die in den vergangenen drei Jahren im Schnitt über 10.000 kWh pro Jahr verbraucht haben, ein intelligentes Messsystem. Auch Stromerzeuger mit Photovoltaik- oder Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen ab 7 kW installierter Leistung erhalten die neue Messtechnik. Zudem erfolgt der Einbau bei Besitzern von Wärmepumpen, Elektroautos oder Speicherheizungen.

Ab 2020 wird die Grenze für den Einbau eines Intelligenten Messsystems auf einen jährlichen Verbrauch von 6.000 kWh herabgesetzt. Somit erhalten weitere Kunden intelligente Messsysteme und können die oben beschriebenen Vorteile nutzen.

Alle anderen Kunden erhalten ab 2018 im Rahmen des Turnuswechsels eine moderne Messeinrichtung. (Turnuswechsel = Wechsel von Zählern, die aufgrund von gesetzlichen Regelungen oder sonstiger Festlegungen ausgetauscht werden müssen) Sie werden rechtzeitig über den Einbau informiert.

Was kostet die neue Messtechnik?

Wie bereits heute fallen bei Ihrer Stromlieferung Kosten für den Transport (Netzentgelt) und Kosten für die Messung (Messentgelt) an. Für den flächendeckenden Einbau der neuen Messtechnik hat der Gesetzgeber Preisobergrenzen, abhängig vom jährlichen Verbrauch der Lieferstelle, festgelegt. Über die Preisobergrenze wird zukünftig das Messentgelt abgerechnet.

Für eine moderne Messeinrichtung betragen damit die Kosten maximal 20 € (brutto) pro Jahr. Die Preisobergrenzen für ein intelligentes Messsystem liegen je nach Verbrauch der Lieferstelle bei 100 € bis 200 € (brutto) pro Jahr.

Ab wann kann ich mit dem Einbau eines neuen Zählers rechnen?

Der Einbau intelligenter Messsysteme erfolgt im Stadtgebiet Dreieich ab dem 1. Januar 2018 und wird sich über mehrere Jahre erstrecken.

Der Ablauf und die Reihenfolge des Einbaus der neuen Messtechnik wird von uns, Ihrem grundzuständigen Messstellenbetreiber (gMSB), festgelegt und durchgeführt. Sie werden rechtzeitig von den Stadtwerken Dreieich über den Zählerwechsel informiert.

Falls Sie sich bereits heute ein intelligentes Messsystem für Ihre Verbrauchsstelle wünschen, bieten wir von den Stadtwerken Dreieich Ihnen dieses gerne an. Sprechen Sie uns einfach an.

Wie sicher sind intelligente Messsysteme?

Um den Datenschutz und die Datensicherheit zu garantieren, schreibt das Gesetz den Messstellenbetreibern der Zähler Schutzprofile und technische Richtlinien vor. Damit gilt für intelligente Messsysteme ein sehr hoher Standard, welcher vergleichbar mit Ihrer Kreditkarte ist. Nur Systeme, die diese umfassenden Bedingungen erfüllen und diese hohen Sicherheits-vorkehrungen aufweisen, erhalten ein Siegel des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik. Dies wird kontinuierlich überwacht und kontrolliert.

Wenn Sie als Kunde Geräte, wie z.B. Smartphone, Tablet oder PC, zur Anzeige Ihres Stromverbrauchs nutzen, spielt deren Sicherheit sowie die Sicherheit des verwendeten Netzwerks ebenfalls eine wichtige Rolle, da diese als Kommunikationsmedium zum intelligenten Messsystem fungieren. Wir empfehlen Ihnen daher bei der Nutzung Ihrer Endgeräte auf deren Sicherheitsvorkehrungen zu achten.

Wo wird die neue Messtechnik angebracht?

Sowohl die moderne Messeinrichtung als auch das intelligente Messsystem ersetzen den bisherigen Zähler im Zählerschrank. Ein Umbau oder eine Erweiterung der Anlage ist im Regelfall nicht erforderlich.

Sollte der Zählerschrank jedoch nicht den aktuellen technischen Richtlinien entsprechen, hat der Kunde die Umbaukosten zu tragen.

Brauche ich einen neuen Stromliefervertrag?

Nein, aufgrund des Einbaus einer modernen Messeinrichtung oder eines intelligenten Messsystems müssen Sie keinen neuen Stromliefervertrag abschließen.

Wenn ich weitere Fragen zu der neuen Messtechnik habe, wie kann ich die Stadtwerke Dreieich kontaktieren?

Unter der E-Mail Adresse gmsb@stadtwerke-dreieich.de helfen wir Ihnen gerne weiter.
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