Nachrüsten

Umweltfreundliches Umrüsten

Grundsätzlich kann jedes benzinbetriebene Fahrzeug mit einem Ottomotor auch auf einen alternativen Betrieb mit Gas eingestellt werden. Dazu müssen im Wesentlichen ein Gastank, ein Zuleitungssystem zum Saugrohr und eine elektronische Steuerung an Bord des Fahrzeugs installiert werden. Dieser Einbau stellt zum Einen einen erheblichen Eingriff in das Antriebssystem Ihres Fahrzeugs dar, der das in der Typgenehmigung dokumentierte Abgasverhalten ändern und die Sachmängelhaftung oder eventuelle Garantien des Herstellers für das Antriebssystem außer Kraft setzen kann. Zum Anderen bleibt nach dem Einbau eines Gastanks in der Regel weniger Platz im Kofferraum.

Fast alle Automobilhersteller bieten mittlerweile serienmäßige Erdgasautos an, die diese Nachteile nicht aufweisen. Die Tanks werden werksseitig meist im Unterboden der Fahrzeuge angebracht. Die Angebotspalette wird ständig erweitert, da es deutliche Anzeichen dafür gibt, dass Erdgas künftig ein immer wichtigerer Kraftstoff sein wird.


Wir raten Ihnen daher zum Kauf eines neuen oder gebrauchten Serienfahrzeugs!

In der Vergangenheit haben nachträglich auf Gasantrieb umgerüstete Fahrzeuge hin und wieder zu Unzufriedenheiten bei Kunden geführt. Ursachen waren entweder mangelnde Informationen im Vorfeld, Qualitätsprobleme bei den verwendeten Bauteilen oder mangelhafte Ausführung der handwerklichen Arbeiten, etwa durch nicht qualifizierte Unternehmen. Da die Sachmängelhaftung des Automobilherstellers auf den Motor durch das Umrüsten in der Regel erlischt, raten wir Ihnen, mit dem Umrüstungsbetrieb eine entsprechende Übernahme dieser Haftung zu vereinbaren.

Nach der gegenwärtigen Gesetzeslage gibt es kein Regelwerk, das es uns erlaubt, Ihnen Umrüstungsbetriebe zu empfehlen. Aus diesem Grund können wir bis auf weiteres leider keine Liste der deutschen Umrüstungsbetriebe veröffentlichen und auch keine diesbezüglichen Anfragen beantworten.

Gemeinsam mit dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) arbeiten wir an einer Lösung dieses momentan leider rechtsfreien Raumes. Im Folgenden möchten wir Ihnen einige Tipps geben, falls Sie sich doch für eine Umrüstung Ihres Benzinfahrzeugs entscheiden, ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben:
 

  • Erkundigen Sie sich bei Ihrer Kfz-Innung nach Fachbetrieben, die auf Erdgasantrieb umrüsten.
  • Erkundigen Sie sich, ob das Fachpersonal der von Ihnen ausgewählten Werkstatt an der Gasanlagenprüfungsschulung „GAP-Schulung” teilgenommen hat, und ob ein Mitarbeiter eine Ausbildung zum Sachkundigen für Druckbehälter der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfachs (DVGW) oder eine Einbauschulung des deutschen Kfz-Gewerbes bzw. eines Fahrzeug oder Gasanlagenherstellers/-importeurs vorweisen kann. Einige Automobilhersteller benennen auch auf Ihren Webseiten Vertragswerkstätten, die für die Arbeiten an Erdgasanlagen qualifiziert sind oder arbeiten mit bestimmten Umrüstungsbetrieben zusammen.
  • Lassen Sie sich schriftlich zusichern, dass die als Tank eingebaute Druckgasanlage nach ECE-R 110 geprüft ist. Dadurch ersparen Sie sich in Zukunft die regelmäßig wiederkehrende und kostspielige Druckprüfung der Tanks.
  • Verlangen Sie, dass die gesamte Gasanlage eine Teilegenehmigung nach ECE-R 115 oder ein entsprechendes Teilegutachten von einer technischen Prüfstelle (z. B. TÜV, DEKRA) aufweist und genau für Ihren Fahrzeugtyp vorgesehen ist.
  • Falls Sie einen PKW haben, der die Abgasnorm D4 oder Euro IV einhält und bis 31.12.2005 eine Gutschrift auf die Kfz-Steuer erhält, lassen Sie sich schriftlich zusichern, dass dieses Abgasverhalten und die Steuervergünstigung auch nach der Umrüstung erhalten bleiben.
  • Erkundigen Sie sich vor der Umrüstung bei Ihrer TÜV- oder DEKRA-Vertretung, mit welchem Aufwand und welchen Kosten für die Erteilung einer Einzelbetriebserlaubnis zu rechnen ist. Unter Umständen wird ein kostspieliger Abgastest auf einem Rollenprüfstand verlangt, bei dem das Fahrzeug einen Prüfzyklus von ca. 20 Minuten auf den Laufrollen zurücklegen muss.
  • Vereinbaren Sie mit dem Umrüstungsbetrieb eine Übernahme der Sachmängelhaftung für Ihr Fahrzeug, die den gesamten Motor und die Abgasanlage beinhaltet.
  • Achten Sie darauf, dass die Gasanlage korrekt in den Kfz-Brief und den Kfz-Schein eingetragen wird. Ansonsten erlischt die Betriebserlaubnis Ihres Fahrzeugs.