Stadtwerke Dreieich

Götter,
 Drachen und 
Graffiti: Graffiti-Radtour durch Dreieich

Veröffentlicht am • News aus Dreieich und der Region

Götter,
 Drachen und 
Graffiti: Graffiti-Radtour durch Dreieich

Bunte Graffiti-Werke zieren zahlreiche Trafostationen in ganz Dreieich – und machen die schnöden Häuschen zu einem echten Hingucker! Wer sie alle entdecken möchte, schwingt sich am besten aufs Rad und folgt unserer Graffiti-Radtour durch Dreieich.

Ein riesiger, Blitze schleudernder Zeus, Neptun mit seinem Dreizack und ein feuerspeiender Drache: Die mystischen Wesen sind die neuen Stars auf den Wänden der Trafostation in der Benzstraße in Dreieich. Wer hier schon Ende Juni vorbeikam, konnte die Verwandlung vom einfachen Trafohäuschen zum bunten Eyecatcher vielleicht sogar hautnah erleben. Denn Mathias Andert, Graffiti-Künstler aus Brandenburg, war mal wieder vor Ort. Und mit ihm unzählige Spraydosen in allen Farben. „Ich habe in den vergangenen Jahren schon viele unterschiedliche Projekte für die Stadtwerke Dreieich umgesetzt, aber das hier war wirklich monumental und ich konnte mich so richtig austoben“, erklärt der 37-Jährige. Und er ergänzt: „Die Bildsprache an sich ist recht einfach: Zeus, Neptun und Drache – sinnbildlich für Strom, Wasser, Gas. Aber mit all den bunten Graffiti-Elementen bin ich hier weit weg von der klassischen Auftragsmalerei und konnte meiner Kreativität freien Raum lassen.“ 

Kunst entdecken auf dem Rad! Die untenstehende Tour zeigt alle Stationen, die Mathias Andert bisher in Dreieich gestaltet hat. Perfekt, um Kilometer für das diesjährige Stadtradeln zu sammeln, oder?

Vom Entwurf zum Kunstwerk

Ganz ohne vorherige Abstimmung mit dem Auftraggeber geht es aber natürlich nie. Auch wenn man schon so viele Jahre gut zusammenarbeitet wie mit den Stadtwerken Dreieich. Grundsätzlich gibt es deshalb zu Beginn jedes Projekts ein gemeinsames Gespräch, in dem Mathias Andert mit seinen Kunden bestimmte Eckpunkte klärt. Wo steht die zu bemalende Fläche und wie groß ist sie? Ist für die Gestaltung ein spezielles Thema gewünscht oder gibt es sonst schon konkrete Vorstellungen? Eben alles, was für ihn wichtig ist, um mit seiner Arbeit beginnen zu können. „Anschließend erstelle ich für meine Kunden am Computer einen ersten digitalen Entwurf oder manchmal auch zwei bis drei verschiedene. Im besten Fall passt das dann schon direkt – im Worst Case gefällt davon nichts und ich muss noch mal komplett neu ran. Was aber zum Glück nicht allzu häufig passiert“, so der Graffiti-Künstler. 

Bunte Kunst statt trister Wände

Danach beginnt für Mathias Andert der eigentliche Spaß, sozusagen die Belohnung für seine Vorarbeit. „Das Beste kommt für mich, wenn es an die Umsetzung am Objekt geht. Egal ob vorzeichne, ausmale oder etwas beschrifte – der Prozess des Malens ist für mich nach wie vor wie eine Belohnung und macht mir einfach immer vom ersten Strich an Spaß“, sagt er nach gut 15 Jahren als Einzelunternehmer in seinem Job voller Überzeugung. Wenn er dann vor „der weißen Wand“ steht, gibt es je nach Objekt und Motiv ganz unterschiedliche Möglichkeiten, mit dem Malen zu beginnen. Eins ist aber immer gleich: Bevor es an die künstlerische Ausarbeitung geht, steht die Untergrundvorbereitung auf dem Plan. Als gelernter Maler und Lackierer ist es ihm besonders wichtig, dass alles fachlich und handwerklich bestens vorbereitet ist. Die Motive entstehen dann sozusagen von hinten nach vorne. Das heißt, er beginnt mit den Objekten im Hintergrund und nach und nach kommen die Einzelmotive hinzu, die im Vordergrund stehen sollen. „Das Praktische ist, dass es überhaupt nicht schlimm ist, wenn ich mich mal ,vermale‘. Denn ich kann Patzer übersprayen und damit alles retten. Das zu wissen, ist sehr befreiend und man hat weniger Hemmungen beim Malen“, so der erfahrene Künstler.

Kunst für alle

Die Stadtwerke Dreieich jedenfalls wissen, dass sie sich bei ihm auf ein tolles Ergebnis freuen können. „Uns ist es wichtig, Kunst im öffentlichen Raum zu fördern, um Dreieich auf diese Weise noch schöner zu machen. Und kaum etwas bietet sich dafür besser an als Trafostationen, die sonst so häufig mutwillig beschmiert und verunstaltet werden“, erklärt Geschäftsführer Steffen Arta. Angefangen hat die Zusammenarbeit mit Mathias Andert 2021 mit den Eichhörnchen auf der Trafostation in der Waldstraße, danach folgten Projekte in der Borngartenstraße, am Kurt-Schumacher-Ring und bisher schon 15 weitere Kunstwerke. Dieses Engagement kommt auch bei den Dreieicher Bürgern gut an. Mathias Andert vergleicht Kunst im öffentlichen Raum mit Popmusik: Sie trifft vielleicht nicht immer direkt jedermanns Geschmack, aber wenn ein richtig guter Popsong im Radio läuft, bekommen bestenfalls auch Hip-Hop- oder Metal-Fans gute Laune. „Mein Ziel ist immer, eine möglichst breite Masse an Menschen mit meiner Kunst abzuholen. Die Motive müssen einfach verständlich und gefällig sein. Letztendlich bin ich zufrieden, wenn meine Bilder den Leuten Spaß machen. Eben wie ein guter Popsong.“

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