Dreieich. Nach dem Extremsommer vom Vorjahr trifft Hessen jetzt vorsorglich Vorkehrungen für Engpässe in der Trinkwasserversorgung, auch wenn eine Knappheit für das Rhein-Main-Gebiet eher als unwahrscheinlich gilt.

Dreieich gut aufgestellt

Der letzte Sommer hatte es in sich – und die Folgen sind noch lange nicht ausgestanden. Die wenigen Niederschläge vom vergangenen Winterhalbjahr konnten das Defizit an nutzbarer Grundwassermenge in Hessen nicht ausgleichen (Quelle: Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie). Selbst wenn der Sommer 2019 mit durchschnittlichen Niederschlägen zu Ende ginge, werden die Grundwasserstände danach voraussichtlich noch niedriger sein als 2018. Während im letzten Jahr schon aufgrund der lange anhalten Trockenperiode bundesweit einige Wasserversorger den Wassernotstand ausrufen mussten, war die Versorgungssicherheit in Dreieich zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Das lag an der Wassergewinnung aus dem tiefen Grundwasserleiter, in dem sich ausbleibender Niederschlag kurzfristig nicht bemerkbar macht. Und auch in diesem Jahr ist aufgrund ausreichender Grundwassermengen mit großräumigen Versorgungsengpässen im Rhein-Main-Gebiet nicht zu rechnen.

Neue Verordnung in der Verabschiedung

Dennoch befindet sich aktuell die sogenannte Gefahrenabwehrverordnung „Trinkwasser“ im Gremienumlauf der Stadt Dreieich. Nach Verabschiedung durch die Stadtverordnetenversammlung wird die Stadt befähigt, im Falle eines Trinkwassernotstands auf den sorgsamen Umgang mit Wasser hinzuwirken und Verstöße mit Bußgeldern zu belegen. Das wäre dann der Fall, wenn das in den Wassergewinnungsanlagen der Stadtwerke Dreieich geförderte oder in überörtlichen Versorgungsanlagen bereitgestellte Wasser nicht zur Wasserversorgung des Stadtgebietes ausreicht. In diesem Fall ist die Stadt befugt, den Wasserverbrauch auf das absolut notwendige zu beschränken und beispielsweise Gartenbewässerung oder Autowäsche zu verbieten. Davon sei jedoch erst einmal nicht auszugehen: „Diese Maßnahme ist rein vorsorglich“, so Steffen Arta, Geschäftsführer der Stadtwerke Dreieich. „Mit unseren eigenen Brunnen und dem Wasserbezug vom Zweckverband Wasserversorgung Stadt und Kreis Offenbach ist die Wasserversorgung unserer Stadt auch in trockenen Sommern weitgehend sichergestellt. Grundsätzlich sollte jeder – unabhängig von der Wetterlage – auf einen bewussten Umgang mit der Ressource Wasser achten.“