Im Winter sind Versorgungsengpässe theoretisch möglich.

Die Stadtwerke Dreieich investieren Jahr für Jahr viel Geld in ihre Stromnetze. Dadurch ist eine hohe Versorgungssicherheit gewährleistet. Einen 100-prozentigen Schutz vor Stromausfällen gibt es aber nicht. Aktueller Hintergrund sind Aussagen des Stromnetzbetreibers Amprion und der Energieversorgung Offenbach AG (EVO). Demnach kann es als vorübergehende Folge der Energiewende im Winter im Rhein-Main-Gebiet theoretisch zu Stromabschaltungen kommen.

Im vergangenen Sommer wurden alte Kernkraftwerke stillgelegt. Um die verminderte Stromproduktion jederzeit durch andere Energiequellen kompensieren zu können, müssen in Deutschland noch zusätzliche Stromtrassen gebaut werden. Denn es fehlt am früher reichlich vorhandenen Puffer für Spitzenzeiten, die dann eintreten, wenn an frostigen Tagen sehr viel Elektrizität verbraucht wird. Verschärft würde die Lage bei Kraftwerksausfällen, Leitungsschäden oder wenn die Windräder bei ruhigem Wetter kaum Energie produzieren. Umgekehrt könnten die vorhandenen Trassen bei stürmischer Witterung und vollen Betrieb der Windräder überlastet werden.

Im ungünstigsten Fall kann das nach Angaben von Amprion dazu führen, dass das Hochspannungsnetz nicht mehr für den aktuellen Bedarf ausreicht. Obwohl damit nach Auskunft der Bundesnetzagentur nicht zu rechnen ist, nehmen die Stadtwerke Dreieich das Szenario zum Anlass, um generell auf die Gefahr von Stromausfällen hinzuweisen. Egal ob Privatleute, kleinere Gewerbetreibende oder größere Unternehmen – sie allen sollten sich auf einen solchen Fall vorbereiten und entsprechend informieren, zum Beispiel bei den Stadtwerken oder bei Elektrofachbetrieben.

Als Stromversorger für Dreieich sind die Stadtwerke das letzte Glied in der Kette. Sie selbst beziehen den Strom aus dem vorgelagerten Netz der Energieversorgung Offenbach, die wiederum in die übergeordneten Übertragungsleitungen der Amprion GmbH eingebunden und damit auch von deren Versorgungsqualität abhängig ist. Kommt es dort zu einer kritischen Situation, ist die EVO rechtlich verpflichtet, an einer Stabilisierung des Transportnetzes mitzuwirken. Das geht aus den einschlägigen Paragrafen des Energiewirtschaftsgesetzes hervor.

Die EVO muss demnach bei einem Engpass auf Aufforderung von Amprion Leistungsreduzierungen vornehmen. Im Klartext würde dies bedeuten, dass in den Umspannwerken der Energieversorgung Offenbach neben anderen Kommunen auch Dreieich kurzzeitig vom Stromnetz genommen wird. Die Stadtwerke haben darauf nicht den geringsten Einfluss. Zudem wissen sie nicht, wann es zu einer Abschaltung kommt. „Das ist allein Sache von Amprion und EVO, die darüber bei Engpässen sehr kurzfristig entscheiden müssen“, erklärt Stadtwerke-Chef Lammeyer. „Wir haben rein vorsorglich eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die die notwendigen Vorkehrungen für den Ernstfall trifft. Dazu gehört die Verstärkung unseres Bereitschaftsdienstes ebenso wie die Kommunikation mit den Nachbarstadtwerken und der EVO.“

Ihren Kunden empfehlen die Stadtwerke zu prüfen, ob Anlagen in Wohnhäusern und Betrieben besonders geschützt werden sollten. Dafür eignen sich zum Beispiel Notstromaggregate und Geräte zur unterbrechungsfreien Stromversorgung, die den Computer auch bei kurzzeitiger Stromunterbrechung vor Datenverlust bewahren.
Weitere Auskünfte erteilt Herr Volker Kreuzer unter (06103) 602-214 oder volker.kreuzer@stadtwerke-dreieich.de.