Heute Erdgas, morgen Wasserstoff lautet derzeit die Marschrichtung bei den alternativen Energien. Denn die zu Grunde liegende Technik macht deutliche Fortschritte.
Die Energieversorgung von übermorgen – kommt sie ohne Kohle, Erdöl und Atomkraft aus? Wissenschaftler jedenfalls arbeiten daran: Bei ihren Bemühungen spielt Erdgas als eine Grundlage künftiger Wasserstoffanwendungen eine zentrale Rolle. Fortschritte hat es hier bei der Heiztechnik gegeben: Erdgas-Brennwertheizungen etwa bringen laut der Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch (ASUE) von allen Heizsystemen den höchsten Umweltvorteil. Ein weiterer Schritt in Richtung Zukunft ist das Blockheizkraftwerk im Keller, das so genannte Mini-BHKW, das die eingesetzte Primärenergie gleichzeitig für die Erzeugung von Wärme und Strom nutzt. In der Praxis bedeutet das den Rat eines Fachmanns einzuholen, um die optimale individuelle Lösung zu finden.
Energie aus der Zelle
In BHKWs finden vor allem Ottomotoren, Gasturbinen oder Stirlingmotoren Verwendung. In Zukunft könnten dort aber auch Brennstoffzellen ihren Dienst verrichten. Brennstoffzellen erzeugen Strom mittels einer chemischen Reaktion: Am Pluspol der Zelle spalten sich Wasserstoffmoleküle in einzelne Atome. Dabei geben sie Elektronen ab - es fließt Strom. Am Minuspol setzen sich Wasserstoff- und Sauerstoffatome wieder zusammen: Wasser und Wärme entstehen. Mittlerweile haben sich Brennstoffzellen in einer Reihe von Praxistests bewährt: Ob Elektrobusse in Hamburg und Berlin oder die Versuchsreihe der Firma Vaillant mit Brennstoffzellen-Blockheizkraftwerken - die Technik überzeugt. Sogar als Energiespeicher für Laptops, Kameras und Wohnmobile ist die Brennstoffzelle im Gespräch. Serienreif sollen die Produkte im Jahr 2010 sein. Es gilt aber als unwahrscheinlich, dass bis dahin schon genug Strom aus erneuerbaren Energiequellen für die Erzeugung der benötigten Wasserstoffmengen zur Verfügung stehen wird. Namhafte Energieexperten sehen daher Erdgas, das sich in gleicher Weise einsetzen lässt, als "Brücke" zur grünen Wasserstoffwirtschaft der Zukunft. |